ANBLICK Ausgabe 01/2018 - page 11

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2018 jähren sich die Kaspar-Hauser-Festspiele zum 20. Mal. Zur Jubiläumsfeier steht
eine besondere Aufführung auf dem Programm: eine symphonische Dichtung für
Orchester und Chor, die zu zwei Terminen im Onoldiasaal gezeigt wird.
Kaspar Hauser, das ewige Rätsel
Festspiele 2018: symphonische Dichtung
„Aenigma eterna“ heißt das Stück, das Walter
Kiesbauer komponiert hat. Auch das Kaspar-
Hauser-Musical, das 2010 aufgeführt wurde,
stammt aus seiner Feder. An der symphoni-
schen Dichtung, die 2018 zu den Kaspar-Hau-
ser-Festspielen auf die Bühne gebracht wird,
wirken außerdem das Ansbacher Kammer-
orchester, die Ansbacher Kantorei unter der
Leitung von Carl Friedrich Meyer und das
Symphonische Projektorchester Ingolstadt mit.
Insgesamt werden rund 110 Personen an der
Produktion beteiligt sein.
Kunst im Mittelpunkt
„Bei den Festspielen 2018 soll die Kunst im
Mittelpunkt stehen“, betont Intendant Eckart
Böhmer. „Musik ist das beste Medium, um
das Mystische auszudrücken.“ Das Rätsel um
Kaspar Hauser passt da bestens. „Man wird das
Kind Europas nochmal neu kennenlernen kön-
nen“, verspricht Eckart Böhmer. „Der Zugang
soll ein künstlerisch-freier, assoziativer sein“,
kündigt Komponist Walter Kiesbauer an. Den
historischen Fakten würde zwar Rechnung
getragen, doch es ginge um das Wesen Kaspar
Hausers und seine Gefühlswelt. „Kaspar Hauser
war Zeit seines Lebens ein Spielball der Pro-
jektion“, so Walter Kiesbauer. Das Stück wird
umrahmt von einem Prolog und einem Epilog,
jeweils in lateinischer Sprache. Elf Klanglieder
sollen die Zerbrechlichkeit Kaspar Hausers dar-
stellen. „Er schaut in die Welt hinein und ver-
steht sie nicht. Kaspar Hauser hat gerne getanzt,
„Aenigma eterna“
Symphonische Dichtung für Orchester und Chor
Termine:
29. Juli und 4. August 2018, jeweils 18 Uhr,
Onoldiasaal Ansbach
Karten: Amt für Kultur und Tourismus (AKuT),
Johann-Sebastian-Bach-Platz 1, 91522 Ansbach
Telefon: 0981 51-243, E-Mail:
er hätte theoretisch die Möglichkeit gehabt,
sich zu entfalten und sein Leben zu leben.“ Die
symphonische Dichtung soll berühren, Wechsel
zwischen Zartheit und Gewalt werden die Situ-
ation des „Findelkinds“ musikalisch bebildern.
Der Chor wird verschiedene Rollen einnehmen
und als eine Art Erzähler fungieren.
Ab Januar 2018 wird geprobt. „Ich freue mich,
das wird eine tolle Zusammenarbeit“, ist Deka-
natskantor Carl Friedrich Meyer überzeugt.
„Das Stück geht in die Tiefe; wer war Kaspar
Hauser als Mensch und Phänomen? Da gibt es
viel zu erfahren.“
Der Titel „Aenigma eterna“ geht auf die Grabin-
schrift zurück. „Kaspar Hauser wird ein ewiges
Rätsel bleiben“, meint Festspiele-Intendant
Eckart Böhmer. Neben seiner Vorliebe für das
Tanzen soll er auch gern Klavier gespielt haben:
„Er sagte, er möge kein Moll, das mache traurig.
Und traurig könne er auch ohne Musik sein.“
Dekanatskantor Carl Friedrich Meyer,
Petra Mehringer (Kammerorchester
Ansbach), Komponist Walter Kiesbauer,
Intendant Eckart Böhmer und Norbert
Herrmann (ebenfalls Kammerorchester)
(v.l.) haben im Markgrafenmuseum die
Skulptur Kaspar Hausers in ihre Mitte
genommen.
Text und Foto: hw
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