ANBLICK Ausgabe 01/2018 - page 38

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AN
BLICK
Das Deutsche Museum in München hat Jahr für
Jahr rund 1,5 Millionen Besucher. Kein Wunder!
Auf derzeit rund 45 000 Quadratmetern Aus-
stellungsfläche an vier verschiedenen Stand-
orten gibt es gut 40 Ausstellungen zu sehen!
Die thematische Bandbreite ist riesig: von der
Astronomie bis zur Meeresforschung, von der
Nanotechnologie bis zum Bergwerk, von Uhren
und Musikinstrumenten bis hin zur Pharmazie.
Das perfekte Museum für die ganze Familie.
Immerhin findet hier jeder sein Lieblingsthema.
Wir stellen ein noch relativ neues Exponat –
nämlich einen Apple 1 – und das Kinderreich
etwas näher vor.
So schick wie ein neues iPhone ist er nicht,
aber 1976 war er eine Revolution: der Apple 1,
entwickelt von Steve Wozniak. Wenn man den
Bausatz – ohne Gehäuse - im Laden kaufen
wollte, bezahlte man damals 666,66 US-Dollar.
Heute legen Sammler oder Museen für einen
Apple 1 sogar noch ein paar mehr US-Dollar
auf den Tisch. Jetzt hat das Deutsche Museum
den seltenen Computer als Dauerleihgabe
bekommen. Seit Dezember ist dieser in der
Ausstellung Mikroelektronik zu sehen. Das
Ausstellungsstück gehört Achim Baqué, einem
Software-Entwickler aus Euskirchen, der histo-
rische Computer sammelt. Den Apple 1 hat er
2015 vom Amerikaner Bob Luther gekauft, der
über seinen Apple sogar ein Buch geschrieben
hat. Luther bekam den Computer wiederum
von Joey Copson, der den Rechner im Jahr 1976
bekommen hatte – er war ein Apple-Mitarbeiter
der ersten Stunde. Warum steht der Computer
nun im Deutschen Museum? Darauf hat Besit-
zer Baqué folgende Antwort: „Meine Großmut-
ter hat in München gelebt. Ich bin als Bub häufig
im Deutschen Museum gewesen – und ich war
von der Sammlung immer sehr beeindruckt.
Ich hatte diverse Angebote, aber das Deutsche
Museum war meine erste Wahl.“ Das Modell,
das das Museum jetzt ausstellt, gehört wohl zu
den allerersten 50 Exemplaren (200 Exemplare
gibt es insgesamt), es hat die Seriennummer
22. Weltweit haben knapp 70 Rechner überlebt,
aber nur eine Handvoll ist noch funktionsfä-
hig. Das gilt auch für das Gerät, das jetzt im
Deutschen Museum steht. Wolfgang M. Heckl,
Generaldirektor des Deutschen Museums,
freut sich sehr, diesen Schatz jetzt ausstellen zu
können. „Wir haben ja schon einen der ersten
Macintosh-Rechner, den Steve Jobs 1985 per-
sönlich bei uns vorbeigebracht hat. Und jetzt
wird unsere großartige Computersammlung
um ein weiteres, wichtiges Stück ergänzt.“
Das Museumsreich für die Kleinen
Natürlich gibt es im Deutschen Museum viele
Ausstellungsstücke, die auch Kinderaugen zum
Leuchten bringen. Das gilt vor allem fürs Kin-
derreich, das gleich neben dem Eingang zum
Bergwerk liegt. Dieser Ausstellungsbereich ist
seit Sommer 2016 neu gestaltet und zugänglich.
Der Grund: Im Zuge der Modernisierung des
Hauses wird auch die beliebte Kinder-Aus-
stellung im Untergeschoss bis 2020 komplett
Der Apple-1-Rechner, mit Tastatur, Zertifikat und Bedienungsanleitung.
Ferienausflugstipp
Spektakuläre Wissenschaft für die ganze Familie im Deutschen Museum
Kräftemessen an den Flaschenzügen.
Technische Daten Apple 1
Entwickler: Steve Wozniak
Start Verkauf: 11. April 1976
Produziert bis: 30. September 1977
Einführungspreis: 666,66 US-Dollar
Prozessor: MOS 6502 @ 1 MHz
Arbeitsspeicher: 4 KB; erweiterbar auf 8 KB
oder sogar 48 KB
Datenträger: Kassetten
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