ANBLICK Ausgabe 01/2018 - page 8

Ansbacher Persönlichkeiten
Johann Georg Hasenest, geboren im heutigen Bad Windsheim, war Arzt
und Medizinschriftsteller. Nach verschiedenen Stationen wurde er zum
Leibarzt des „wilden Markgrafen“ Karl Wilhelm Friedrich von Branden-
burg-Ansbach berufen.
(1689 – 1771)
Johann Georg Hasenest
Die Hinwendung zur Medizin scheint in der Familie gelegen zu haben:
Johann Georg Hasenests Vater war im damaligen Windsheim – heute
Bad Windsheim – Bader, Stadtfähnrich und Wundarzt. Als er im Alter
von 47 Jahren starb, hinterließ er vier Kinder. Johann Georg Hasenest
war mit elf Monaten das jüngste der Geschwister. Der Bruder starb früh,
und Johann Georg Hasenest wuchs mit seinen zwei, 15 und 17 Jahre älte-
ren Schwestern auf. Die Mutter heiratete in zweiter Ehe den 28-jährigen
Benjamin Miltsch aus Sachsen, der ebenfalls als Bader und Wundarzt
tätig war. Von den Leuten wurde er „Doktor“ genannt, schreibt Friedrich
Krauß in seinem Beitrag über Johann Georg Hasenest in „Fränkische
Lebensbilder, Band 19“. Friedrich Krauß´ Mutter war eine geborene
Hasenest.
Sein Stiefvater führte den jungen Johann Georg Hasenest früh an die
Heilkunde heran. Ab 1695 besuchte dieser das Gymnasium Winds-
heim, von 1703 bis 1708 das dortige Alumnat. Seine Abiturrede trug den
Titel „Oratio de oculi humani fabrica“ („Über den kunstvollen Bau des
menschlichen Auges“). Danach ging er an die Universität Altdorf, um
Medizin zu studieren. Dort machte er durch öffentliche fachliche Dis-
putationen auf sich aufmerksam, beispielsweise über anatomisch-patho-
logische Untersuchungsmethoden.
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