ANBLICK Ausgabe 02/2018 - page 11

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AN
BLICK
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Am Dreikönigswochenende schlug wieder die „Stunde der Wintervögel“: Der Landesbund für Vogelschutz in
Bayern e.V. (LBV) hatte alle Bürger zur Vogelzählung aufgerufen. Die Auswirkungen der bisher eher milden
Temperaturen seien direkt zu beobachten gewesen, teilte der Verein mit. Im Vergleich zum Vorjahr seien mit
Staren, Hausrotschwänzen und Bachstelzen Arten festgehalten worden, die sonst den Winter im wärmeren
Mittelmehrraum verbringen.
Zahl der Amseln bereitet Sorgen
Stunde der Wintervögel: vorläufige Ergebnisse
Text: hw, Foto: mb
Ergebnisse für Ansbach
In der Stadt Ansbach wurde die
Kohlmeise sogar am häufigsten
beobachtet, vor Blaumeise und
Feldsperling. Im Landkreis
steht der Feldsperling auf dem
ersten Platz, dahinter folgen
Spatz und Kohlmeise.
Der Star, der „Vogel des Jahres“
, profitiert doppelt von den gemäßigten
Wintertemperaturen. „Die Stare, die im vergangenen milden Winter
nicht weggezogen sind, haben mehr oder fittere Junge bekommen. Diese
bleiben nun auch hier und könnten sich so wiederum einen Vorteil bei
der Fortpflanzung verschaffen“, so Martina Gehret. Diese Tendenz bestä-
tigen auch die hohen Zahlen der anderen daheimgebliebenen Zugvögel,
die neben Hausrotschwanz und Bachstelze auch noch bei Mönchsgras-
mücke und Heckenbraunelle zu beobachten sind.
Das diesjährige „Sorgenkind“ ist
dagegen die Amsel.
2017 war sie
der in Bayern am dritthäufigsten
gezählte Vogel, nun steht sie auf
Platz fünf und damit so schlecht
wie seit 2014 nicht mehr. „Warum
die Amsel trotz eines positiven
Trends in den letzten drei Jahren
nun wieder so abgestürzt ist, kön-
nen wir derzeit noch nicht erklä-
ren“, sagt Gehret.
„Nun finden diese Kurzstreckenzieher in der kalten Jahreszeit auch bei
uns noch genügend Nahrung und sparen sich deshalb immer häufiger den
gefährlichen Flug in den Süden“, erklärt Martina Gehret, Citizen-Science-
Beauftragte des LBV. Nach jetzigem Stand sei die Kohlmeise nach gerin-
gen Zahlen im letzten Jahr „zurück an der Spitze“ nach dem Haussperling
(Spatz), der im Freistaat am häufigsten gezählt wurde. Nach der Kohl-
meise folgt der Feldsperling auf Platz drei. In Bayern wurden insgesamt
98.933 Vögel gezählt, es gingen 2.998 Meldungen ein.
Feldsperling
Text: LBV, redaktionelle Bearbeitung: hw; Fotos: Frank Derer (3), Zdenek Tunka, Andreas Giessler / LBV-Bildarchiv
Haussperling
Kohlmeise
Star
Amsel
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