ANBLICK Ausgabe 02/2018 - page 16

. . . mit CFM
Auf an
Cappu ...
Sie sind studierter Kirchenmusiker und haben in Ihrem bisherigen
Berufsleben bereits einige Stationen hinter sich gebracht. Wie kam
es zu der Kombination von Kirche und Musik?
Carl Friedrich Meyer:
Mein Vater ist Pfarrer. Meine Kindheit, die
ich in Rothenburg verbracht habe, und das Familienleben wurden
durch den kirchlichen Ablauf beeinflusst und geprägt. Zum ande-
ren haben alle in meiner Familie schon immer Musik gemacht;
mein Großvater war Kantor, auch in Ansbach in der St. Gumber-
tuskirche wie ich jetzt. Als Kind habe ich begonnen, Flöte zu spie-
len, dann kamen Klavier und später Orgel dazu. Nach Abitur und
Zivildienst kam die Frage auf, was macht man? Damals spielte ich
auch in einer Band; es war also immer viel Musik um mich herum.
Durch die Bindung von Musik und Kirche war mein Weg recht
geradlinig.
War Ihr Werdegang dadurch in gewisser Weise auch vorgezeichnet?
Man macht sich natürlich Gedanken, was man werden will. So
viele Möglichkeiten gab es für mich gar nicht. Ich habe immer
Musik gemacht sowie Sport, ich habe Handball gespielt. Im Sport
war eine Karriere aber weit weg. Und drum kam die Idee auf,
mich für die Aufnahmeprüfung im Fach Kirchenmusik in Bayreuth
anzumelden. Die habe ich bestanden, und dann war ich eben drin.
Große Stolpersteine hat es dann nicht gegeben; ich hatte Stellen
in Forchheim und Kitzingen, bevor ich nach Ansbach kam.
Welchen speziellen Reiz hat gerade die Chormusik für Sie?
Kirchenmusik ist eigentlich Arbeit mit Menschen. Als Kirchen-
musiker richtet man sich an möglichst viele Menschen unter-
schiedlichen Alters, die man mit ins Boot holt. Es gibt neben den
Angeboten für Erwachsene Gottesdienste für Kinder und Jugend-
liche, und auch mit ihnen kann man gezielt Messen gestalten
und Konzerte machen. Im Studium gab es eine besondere Einheit
für Kinderchor. Erwachsenen- und Bläserchöre existierten schon
immer. Ich habe bereits Kinder- und Jugendchöre geleitet, Gos-
pelchöre, Posaunenchöre, die Kantorei und einen Kammerchor.
Ich selbst habe auch stets eine Vielfalt an Musikstilen gehört und
gemacht, von Rock bis Heavy Metal über die Beatles und Mozart.
Sie machen nicht nur beruflich Musik, sondern auch privat mit
Ihrer Band Cruisin´ Dudes.
Ich habe als Jugendlicher im Alter von 15, 16 Jahren in verschiede-
nen Combos gespielt. Mit unserem Gitarristen Steve Ebach habe
ich bereits in Rothenburg zusammen eine Band gehabt. Als Duo
sind wir auch in Kneipen aufgetreten. Nach 20 Jahren hat sich hier
wieder die Möglichkeit ergeben, gemeinsam Musik zu machen.
Unseren Schlagzeuger haben wir durch einen Zufall kennenge-
lernt, und nun haben wir bisher in der Grotte und in Eugens Wein-
stube Konzerte gegeben. Wir spielen unplugged Coversongs von
den Rolling Stones, Bon Jovi, Creedence Clearwater Revival und
ähnlichen Rockbands.
Wie viele Instrumente beherrschen Sie denn?
Gelernt habe ich viele: Flöte, Geige, Tenorhorn, Klavier und Orgel.
Aktuell spiele ich Orgel, Klavier und Keyboard, da sind es etwas
weniger geworden.
Ist Musik ein besonderer Weg, sich auszudrücken?
Sicher, daher ist die Musik in der Kirche auch so wichtig. In einem
Gottesdienst kann auch mit Worten allein viel bewirkt werden, die
Erhöhung des Ganzen erfolgt aber durch die Musik. Es ist erwie-
sen, dass Singen der Seele gut tut und auch aus medizinischer Sicht
das Immunsystem stärkt. Es gibt ja auch den schönen Spruch
„Wer singt, betet doppelt“. Aus kirchlichen Veranstaltungen ist
die Musik nicht wegzudenken.
Mit Musik ist es möglich, eine bestimmte Atmosphäre zu unter-
streichen, sei es auf einer Beerdigung oder einer Hochzeit. Die
Musik erreicht die Menschen im Herzen und in der Seele, sie ver-
stärkt und weckt Emotionen, wohingegen sich Worte oftmals eher
an den Geist und den Kopf richten. Die Kombination von beidem
ist optimal.
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